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Rapsöl, Rapskernöl


Rapsöl ist ein Pflanzenöl, das aus den Samen des gelb blühenden Raps (Brassica napus) gewonnen wird. Erst vor wenigen Jahren wurde das hochwertige Öl für die tägliche Nahrungszubereitung zugelassen.


Wildrapsöl ist für den Verzehr ungenießbar, es enthält Erucasäure und extreme Bitterstoffe (Glucosinulate). Bei der Erucasäure handelt es sich um eine einfach ungesättigte Fettsäure, die hoch dosiert, den Herzmuskel schädigen und zur Verfettung des Herzens führen kann. Im Jahre 1974 gelangen Züchtungen des sogenannten Null- Raps eine Erucasäure armer Rapssorte und kurze Zeit später konnten auch die Bitterstoffe erfolgreich reduziert werden. Erucasäure arme und bitterstofffreie Rapskernöle werden als Doppelnull- Raps bezeichnet.
Mittlerweile ist bewiesen, dass die günstige Fettsäurezusammensetzung des Rapsöls sogar die wertvollen Inhaltsstoffe vieler Olivenöle übertrifft.

 

Gewinnung und Herkunft


Bevor das wertvolle Rapsöl gewonnen werden kann, wird der Samen gereinigt, getrocknet und anschließend in Ölmühlen gepresst. Es wird zwischen einer Kaltpressung und einer Heißpressung unterschieden. Während bei der Kaltpressung nur eine maximale Temperatur von 40°C erreicht wird, kommt es bei raffiniertem Rapsöl zu einer Erwärmung, die zwischen 70°C und 90°C liegt. Durch die Raffination werden Geruchs-, Farb- und Geschmacksstoffe entfernt. So entsteht ein neutral schmeckendes Öl, das relativ hoch erhitzt werden kann. Der Rauchpunkt liegt bei 130°C bis 200°C.


Bei nativem, kaltgepresstem Öl wird der Samen in einer Schneckenpresse unter hohem Druck und durch die Bewegung der Saat ausgepresst. Durch diese schonende Verarbeitung bleiben die meisten Vitamine und Karotinoide (natürlicher Farbstoff) erhalten. Kaltgepresstes Rapsöl schmeckt kräftig, würzig und nussig. Neben dem herkömmlichen Rapsöl ist auch Rapskernöl erhältlich. Bei diesem Öl wird vor der Kaltpressung die dunkle Schale der Samen entfernt. Diese enthalten Bitterstoffe, die dem Öl einen strengen Geschmack verleihen. Verarbeitet werden beim Rapskernöl deshalb nur die gelben Kerne.


Raps wird bereits seit Jahrhunderten wegen seiner ölhaltigen Samen kultiviert. Er war bereits den Römern bekannt und stammt höchstwahrscheinlich aus dem Mittelmeerraum. Raps gedeiht in gemäßigtem Klima und kann deshalb weltweit als Nutzpflanze angebaut werden. Der Ölgehalt beträgt etwa 40 bis 50 %, die Ausbeute etwa ein Drittel der Saat. Die verbleibende eiweiß- und energiereiche Rapssaatmasse (Rapskuchen) ist ein wichtiges Nebenprodukt und wird meist als Futtermittel genutzt.


Lagerung und Haltbarkeit


Rapsöl ist ein lichtempfindliches Öl, das an einem kühlen und dunklen Platz gelagert werden sollte. Sonnenlicht schadet ihm und lässt es schnell bitter und ranzig werden. Geöffnete Flaschen lagern am besten gut verschlossen im Kühlschrank. Sie sollten jedoch möglichst innerhalb von vier bis sechs Wochen aufgebraucht sein. Rapskernöl in original verschlossenen Behältern hält sich etwa zwölf Monate.


Verwendung in der Küche


Rapsöl findet in der Küche als Speiseöl, Backfett und Margarine Verwendung. Zum Backen, Dünsten, Schmoren, Grillen und Kochen eignet sich raffiniertes Rapsöl, da es recht hitzebeständig ist. Das besonders gehaltvolle native, kaltgepresste Rapsöl sollte für kalte Speisen und Gerichte verwendet werden. Bei hoher Temperatur gehen viele der wertvollen Inhaltsstoffe verloren. Außerdem können durch starke Hitzezufuhr krebserregende Stoffe freigesetzt werden. Zu empfehlen ist grundsätzlich ein schonendes Garen.


Mit Rapsöl können Kartoffel- und Getreidegerichte verfeinert werden. Das nussige Aroma des Öls harmoniert wunderbar mit frischen Salaten und Rohkostgerichten. Auch Marinaden und Dip`s erhalten durch Rapsöl eine würzige Note. Knoblauch, Kräuter und Senf sind ebenfalls ideale Partner des delikaten Rapsöls.

 

Inhaltstoffe und Gesundheit


Die einzigartige Fettsäurezusammenstellung lässt Rapsöl zu einem äußerst gesunden Lebensmittel werden. Neben Vitamin A und E enthält Rapsöl ca. 63% einfach ungesättigte Fettsäuren (überwiegend Ölsäure), ca. 36% der mehrfach ungesättigten Alpha- Linoleinsäure (Omega-3-Fettsäure) und nur etwa sechs bis acht Prozent gesättigte Fettsäuren, die für ein Ansteigen der Blutfettwerte mit verantwortlich sind.


Ein regelmäßiger Verzehr des hochwertigen Rapsöls kann vorbeugend auf Herz-Kreislaufbeschwerden und Arteriosklerose wirken. Der Cholesterinwert wird gesenkt und das Risiko eines Herzinfarktes oder Schlaganfalles verringert.


Technische Verwendung


Als Nachwachsender Rohstoff für die Verwendung in der Industrie findet Rapsöl vielseitig Verwendung. Der größte Teil wird für technische Zwecke verwendet. In der pharmazeutischen und kosmetischen Industrie dient es zur Herstellung medizinischer Salben und der kosmetischen Industrie. Verwendungen für Rapsöl sind unter anderen:

Biokraftstoff, Biodiesel
Hydraulik, Getriebe- und Sägekettenöl,
Schmieröl,
Motoröl,
Schalöl, Lacke und Farben,
Lösungsmittel, Weichmacher,
Futtermittel,
Pflanzenschutzmittel sowie
Rapsasphalt.



 

 
 

 

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